Die orientalische Stadt

DIE ORIENTALISCHE STADT

1. Traditionelle orientalische Stadt:

1.1 Allgemein Orient

erste Städte im Orient dienten als Zentrum der frühen Hochkultur

1960er orientalische Städte beliebtes Reiseziel für Hippies wegen der Droge Marihuana

1.2 Aufbau der traditionellen orientalischen Stadt

Im Zentrum die Moschee und in Nähe Marktplatz

traditionelle Stadt von Stadtmauer umhüllt

um große Moschee mehrere kleine Zentren mit kleineren Moscheen

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Beispiele:   

Marrakesch

wurde am 7. Mai 1070 von Abu Bakr in Umar gegründet

gibt sehr viele Gebäude und Häuser in vielen engen, langen Gassen

Ein paar größere Straßen zur Unterteilung der Viertel

wird als Stadt der 4 Farben bezeichnet ( Blau = Himmel; weiß = schneebedeckte Berggipfel; rot = Stadtmauern; grün = Palmenhaine)

Damaskus

Hauptstadt Syriens

war früher großflächige Oase -> Siedlungsraum

Man fand steinzeitliche Siedlung

Assur

war ein halbes Jahrtausend Hauptstadt des assyrischen Reiches

liegt am westlichen Ufer des Tigris(heutiges Irak)

lag über 40m hohem Kalksteinfelsen und wurde auf 2 Seiten durch die Tigris begrenzt

Grabungen begannen 1903 durch den deutschen Archäologen R. Koldewey (hatte schon Babylon ausgegraben)

2. Moderne orientalische Stadt:

2.1 Weiterentwicklung zur modernen Stadt

Entstehung neuer Einkaufs- und Geschäftsstraßen mit westlichem Warenangebot

Zugang der Touristen zur Moschee, die früher nur für Gläubige war

Die kleinen Zentren werden weniger, aber auch etwas größer

Bau neuer Tankstellen, Garagen und Reperaturläden

Verschwinden der ländlichen Märkte

Öffnen der Stadtmauer, Entstehung neuer und moderner Wohnviertel

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2.2 Modell einer modernen orientalischen Stadt

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Entstehung von Bürogebäuden, Geschäftszentren und Wohnungen nach westlichem Vorbild im neuen, modernen Stadtteil

Betonbauten in neuen Stadtvierteln, teilweise Lehmbauten im Stadtkern

Beispiele :

Marrakech

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Entstehung eines neuen Stadtteils ,,Ville Nouvelle “(= neue Stadt) wegen der Europäer als Lebensraum

1912 kam Marokko unter französische Verwaltung

Moderne City: Banken, Büros, Hotels, ausländische Firmen, Mehrstöckige Wohnungen

Geometrischer Grundriss

Geradlinige, breite Straßen

Repräsentative Plätze

Durch eine Prachtstraße mit der Medina verbunden

1965: Unabhängigkeit Marokkos (Immigration vieler Juden)

mit über 820.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Marokkos

VAE

Amtssprache: Arabisch

Hauptstadt: Abu Dhabi

Staatsform: föderale Erbmonarchie

Regierungssystem: konstitutionelle Monarchie

Fläche: 83.600 km²

Einwohnerzahl: 5,474 Mio. (2013)

Wichtiges Industrie- und Kulturzentrum

Förderation von sieben Emiraten:

Abu Dhabi, Adschman, Dubai, Fudschaira, Ra’s al Chaima,

Schardscha und Umm al-Qaiwain

Besitzt die siebtgrößten Ölvorkommen der Welt

Eines der reichsten Länder der Welt

weitestes in der Volkswirtschaft entwickeltes Land im nahen Osten

Dubai

Staat: Vereinigte Arabische Emirate (VAE)

Emirat: Dubai

Einwohner: 2.106.177 (1. Januar 2013)

Fakten:

zweitgrößte Stadt der VAE am Persischen Golf und Hauptstadt des Emirats

ca. 85% der Einwohner des Emirats.

wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Leben des Emirats

Lage: Nordrand des Emirats Dubai

Teilung durch den Dubai Creek (damaliger Standort unabhängiger Städte, Dair auf der Nord- und Bur Dubai auf der Südseite)

erstreckt sich vor allem nach Süden entlang des Strandes von Jumeirah und der Scheich-Zayid-Straße, da Dubai im Norden direkt an das Emirat Schardscha grenzt.

Bedeutendster Flughafen des Nahen Ostens: Dubai International Airport (DXB)

Aufteilung in 9 Sektoren(Sektor 1–4 & 6 städtisch; Sektor 7 & 9 landwirtschaftlich; Sektor 8: Luxus-Hotels

2.3 Sehenswürdigkeiten:

Bildung des Heritage und Diving Village, nördlich von Bur Dubai 1997 im Namen der Regierung

Vermittlung an Besucher von Kultur, Geschichte und Tradition Dubais durch das Museumsdorf im Stil einer arabischen Siedlung

Bildung eines Dreiecks durch Souq al Bahar, Dubai Mall und dem Burj Khalifa, in dessen Mitte die Dubai Fountains jeden Abend ein Wasser-Licht-Musikspektakel bieten

Gewürzmarkt

größte Einkaufszentren der Stadt, Mall of the Emirates und Dubai Mall (Standort vieler Desingerlables)

Bekannt durch ,,Emirates Golf Club“, austragen eines jährlichen PGA-Turniers (Dubai Desert Classic)

Burj Khalifa

828mWolkenkratzer in Dubai

Höchstes Bauwerk der Welt

Nutzung: Hotels, Wohnungen, Büros

Vor der Einweihung : Burj Dubai, danach: Name des Präsidenten der VAE

Bauzeit: 2004 – 2009

Gesamthöhe: 828m (höchste Bauwerk der Welt)

189 Etagen Insgesamt, davon136 Nutzbare

Baukosten: ca. 1 Mrd. Euro

Dubai Palms

Seit 2001 bau von Palm Islands in Dubai (= künstliche Inselgruppen)

,,The Palm, Jumeirah“ ist bebaut und befahrbar, bei ,,The Palm, Jebel Ali“ ist nur die Landgewinnung bis jetzt abgeschlossen und ,,The Palm, Deira“ wurde während der Landgewinnung eingestellt und zu einer kleineren Inselgruppe umfunktioniert

200 Millionen Kubikmeter Sand und Steine

Im Besitz von Nakheel (staatseigene Entwicklungs- und Baugesellschaft)

Besteht aus einem Palmenstamm, Palmenwedel und einem Sichelmond als Umfahrung und Schutz vor Sturmfluten

Bemängelung der fehlende Wasserzirkulation zwischen den Sandbänken der Palmwedel

The Palm ,,Jumeirah

Liegt zwischen dem Hafen Jebel Ali und dem Zentrum Dubai

16 ,,Palmwedel“ mit Ferienhäusern und Villen

1 Stamm mit ca. 4 km länge und 600 Meter breite, mit Hotels und Wohnblöcken

Stamm und Palmwedel sind miteinander verbunden und bilden eine Insel

300 lange Brücke verbindet die Insel mit dem Festland

Verbindung der Hauptinsel mit dem Außenring durch einem 800 Meter langen Unterseetunnel im Nordwesten

Auf dem Außenring befindet sich der Atlantis (=Vergnügungskomplex)

Gesamtkosten der Insel: ca. 10 Milliarden US-Dollar

Neue Einkaufs- und Geschäftsstraßen mit westlichem Warenangebot entstehen, so haben Touristen Zugang zur Moschee, die früher nur für Gläubige zugänglich war. Die kleinen Zentren werden weniger, aber auch etwas größer. Neuer Tankstellen, Garagen und Reparaturläden werden gebaut. Die ländlichen Märkte verschwinden ganz und die Stadtmauer wird geöffnet, so entstehen neue und moderne Wohnviertel außerhalb. Diese haben oft eine Sackgassengrundriss und die Gebäude sind im Innenhofhaustyp

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Islam

Islam

Gliederung

1. Allgemein

Christentum (2,26 Mrd. Anhänger)

Islam (1,57 Mrd. Anhänger)

Hinduismus (900 Mio. Anhänger)

Buddhismus (377 Mio. Anhänger)

Judentum (15 Mio. Anhänger)

– Heilige Schrift: Koran (114 Suren)

– 5 Säulen: 1.Schahada (islamisches Glaubensbekenntnis)

2.Salat (Pflichtgebet)

3.Zakat (Armengabe)

4.Saum (Fasten im Ramadan)

5.Haddsch (Pilgerfahrt nach Mekka)

– Zweitgrößte, Jüngste Weltreligion

– Monotheistische Religion

– Imam = Vorbeter

– Minarett = Gebetsturm

2. Geschichte

– Gründung durch Mohammed 622

– Krieg mit Mekka 623

– 629 erste Pilgerfahrten von Muslimen

– 632 Ausweitung an Einfluss in ganzer arrabischer Halbinsel

– Nach Tod sind Kalifen Führer des Islams: – erster Kalif: Abu Bakr

– zweiter Kalif: Umar

– dritter Kalif: Uthman

– vierter Kalif: Ali …

– mit Tod Mohammeds, Verlust an Mitgliedern

– Medina nicht mehr Muslimisch- Rückeroberung in ridda-Kriegen

– 638 Eroberung Jerusalems und weiteren Ländern

– Persien im Jahr 642 erobert/ Byzanz 628/29

– Spaltung aufgrund innerer Auseinandersetzung

– weitere Spaltungen nach Toden von Kalifen

– Umayyaden reagierten 661-750 (führten einige Kriege, erweiterten

und verloren Reich)

– 750-1258 Herrschaft Abbasiden (neues Zentrum Stadt Bagdad)

– weitere kurze Herrschaften, Osmanen erobern Medina/Mekka und übernehmen Thron, Nichtmuslime bekommen Rechte

3. Die 5 Säulen

4. Mekka/Kaaba

Mekka: – heilige Stadt

– Ziel Pilgerfahrten

– für Nicht-Muslime verboten

– ungefähr 1.500.000 Einwohner

– 90 km vom roten Meer

– 850 km²/liegt auf 300m

– Überschwemmungen wegen

Regenfällen, deswegen viele Dämme

– Großer Zuwachs in letzten Jahren

Kaaba:- quaderförmig

– Innenhof der heiligen Moschee

– zentrales Heiligtum des Islams

– auf 25cm hohem Marmorsockel

– 13,10m hoch, Grundfläche 11,03×12,62

– Meteorid im inneren

– von schwarzem Brokartvorhang bedeckt, auf 2/3Höhe goldeneKallikatur

– Eingang auf 2m Höhe, ereichbar mit Holztreppe auf Rädern

– bei Pilgerfahrt 7 mal entgegen dem Uhrzeigersinn umrunden

5. Koran

– 114 Suren/ unterschiedliche Anzahl an Versen

– von Erzengel Gabriel an Mohammed übergeben

– auf arabisch geschrieben

– wörtliche Offenbarung Gottes

– Unterteilungen: – mekkanische und medinische Suren

– mekkanische werden in früh- und spät aufgeteilt

– thematisiert sich an manchen Stellen selbs

6. Moschee

– Minarette

– Schuhe ausziehen, waschen

– beten

– manchmal Koranschulen

– rechter Fuß betreten, linker Fuß verlassen

– Trennung Männer/Frauen, eigener Betraum

– bescheidene Kleidung

– Frauen Hidschab, Männer Takke

– Empore

– Gebetsnische

– Lehrstuhl

– Kanzel

– Gebet (Namaz) Richtung Mekka

7. Islam in Deutschland

– 2. größte Religion nach Christen

– 5% muslimisch = 4 Mio. Deutsche

– 1,8 Mio. deutsche Staatsbürger

– vorwiegend türkische Migranten, 63%

– seit 2006 deutsche Islamkonferenzen

– seit 2006, versuchen eine religions- und gesellschaftspolitischen Integration der muslimischen Bevölkerung zu erreichen

– 1731 erste Holzmoschee in Deutschland

– erster Weltkrieg, viele Gefangene

– seit 2011 Ausbilden deutscher Imame in Universitäten

– viele Islamische Verbände, mitgliederstärkster: DITIB (900 Moscheengemeinden)

– 1978 Antrag auf Religionsunterricht

– deutsche Autoren kritisieren den Islam

– Mord an Muslim in Dresden (2006 wurde als allgemeine Islamfeindlichkeit gesehen)

Politische Konflikte und Arabische Liga

Politische und wirtschaftliche Konflikte im Orient

Gliederung:

1. Konflikte

1.1 Afgahnistan

1.2 Irak

2. Arabische Liga

2.1 Allgemein

2.2 Ziele

2.3 Geschichte

1.1 Afgahnistan Konflikt

-England

Afgahnistan als Kolonie

Einmarsch 1839

1842 Waffenstillstand und Rückzug

1878 erneuter Einmarsch

8 August 1919 Afgahnistan Unabhängig

-Sowjetunion

Marine Stützpunkte in Afgahnistan

Stützung der sowjetisch orientierten Regierung

-Taliban

Die Schreckensherrschaft der Taliban

Einsatz der ISAF

1.2 Irak Konflikt

-Erster Irak Krieg

-Zweiter Irak Krieg

-Kampf gegen den Terror

-Rückzug der US Truppen 2012

2. Arabische Liga

Allgemein

– Gründung am 22 März 1945

– Internationale Organisation arabischer Staaten

– Ligatreffen 2mal im Jahr

– 22 Mitglieder

– Hauptsitz in Kairo

– Wappen der Liga

2.1 Ziele

– Förderung der poltischen,kulturellen,sozialen und wirtschaftlichen Beziehungen der Mitglieder

– Unabhänigkeit und Stärkung der Wirtschaft

– Souveränität und Unabhänigkeit der Mitglieder

2.2 Ursprüngliche Ziele:

– Unterstützung der Palästinenser

– Abschaffung des Kolonialismus

2.3 Geschichte

– Palästinakrieg von 1848/49

– Gründungsmitglieder: Ägypten, Irak, Libanon, Saudi-Arabien, Syrien, Transjordanien, Jemen

– 16 weitere neue Mitglieder

– Kurzzeitiger Ausschluss Ägyptens dadurch neuer Hauptsitz

– 2011 Ausschluss von Syrien wegen Menschenrechtsverletzungen

Orientalische Kultur

Orientalische Kultur

Gliederung

1. Was heißt ,,orientalische Kultur‘‘?

2. Religion (Islam)

3. Unterschiede zwischen Männern und Frauen

4. Regeln und Verbote

5. Kleidung

6. Tanz

7. Essen

8. Sprache und Schrift

9. Nomadismus

1. Was heißt ,,orientalische Kultur‘‘?

– bestimmter Lebensstil eines

Volkes oder einer Gesellschaft

(Sitten, Religion, Bräuche)

– die Kultur des nahen Osten

– Welt voller Exotik

– Grundhaltung der Menschen

(Werte, Einstellung, Glaube)

2. Religion Islam

– ist die zweitgrößte Religion

– ist die jüngste Weltreligion

– ist eine monotheistische Religion

– Religion der Muslime

– „Gründer“ ist Prophet Mohammed (570-632 n. Chr.)

– Urvater ist Abraham/ Ibrahim

– Gott ist Allah

ist das direkte Wort Gottes

– hat 114 Suren

– in ihm stehen die Grundsätze des Islams und die fünf Säulen

1.Säule: Shahada (der Glaube)

Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet

2.Säule: Salat (das Gebet)

Fünfmal täglich beten

3.Säule: Zakat (das Almosengeben)

Jeder Wohlhabende ist verpflichtet einen Teil seines Einkommens an die Armen zu spenden

4. Säule: Saum (das Fest)

Im neunten Monat des islamischen Jahres ist Ramadan und es wird von Sonnenaufgang bis gefastet

5.Säule: Hadsch (die Pilgerreise)

Jeder Gläubige sollte einmal im Leben eine Pilgerfahrt nach Mekka unternehmen

3. Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Frauen

Männer

– weniger Rechte

– hatten kein Wahlrecht

– ist jetzt Gleichberechtigt

– muss gehorchen

– für Haushalt verantwortlich

– älteste Frau der Familie hütet die Tradition

– unverheiratete Frauen finden schwer einen Platz in der Gesellschaft

– heiraten zwischen dem 16- 18 Lebensjahr

– ältere Frauen haben mehr Einfluss

– dürfen Gewalt anwenden

– Junge ist mit 14 Jahren ein Erwachsener

– darf bis zu vier Frauen haben

4. Regeln und Verbote

– Frauen müssen Kopfbedeckung tragen

– Schuhe vor der Tür ausziehen

– Frauen dürfen dem Mann nicht widersprechen

– Frauen dürfen keine Nicht-Muslime heiraten

– Gastfreundschaft → Gastgeschenk

– kein Alkohol, Schweinefleisch

– Männer sollten immer lange Hosen tragen

5. Kleidung

Abaya, Tnika, Kaftan, Abendkleid

Kaftan, Kameez, Kopfbedeckung, Tracht

6. Tanz

– Frauentanz

– uralter Ritualtanz zur Fruchtbarkeit, Geburt, Leben und Tod

– erotischer Tanzstil

– tanzen nur zu besonderen Anlässen

– gute Tänzerin braucht Lebenserfahrung

7. Essen

– Typische Zutaten: Lamm, Linsen, Kichererbsen, Couscous, Joghurt, Minze

– viele Gewürze und Kräuter

– Nahrungsgrundlage: Weizen

8. Sprache und Schrift

– Hauptsächlich Arabisch

– Arabisch ist die Sprache des Islams

– man schreibt von Rechts nach Links

9. Nomadismus

Nomaden sind soziale Gruppen die von einem Ort zum anderen wandern

Man unterscheidet:

-Vollnomadismus

-Halbnomadismus (seminomadismus)

-Flachlandnomadismus (Horizontalnomadismus)

-Bergnomadismus (vertikalnomadismus)

-Wüsten-/ Steppennomadismus

Lebensraum: Trockengürtel (die Halbwüsten, Steppen und Savannen Nordafrikas, Vorder- und Zentralasiens)

Früher = Handel mit Kräutern, Weiterziehen an einen Ort; fortbewegungsmittel: Laufen/ Kamele; „Freiheit“

Heute = Ackerbau, Sesshaftigkeit; Fortbewegungsmittel. Autos; Kontrolle des Staates

Religionskonflikte

Religionskonflikte im Orient

Übersicht:

1. Hintergründe/Konfliktauslöser

2. Religionskonflikte in der Vergangenheit

3. Aktuelle Religionskonflikte

4. Wege zum Frieden?

1. Hintergründe und Konfliktauslöser

Entstehungsgeschichte

Bei den Religionskonflikten im Orient handelt es sich in erster Linie um Konflikte zwischen Juden, Christen und Muslimen. Auch innerhalb dieser Religionen gibt es Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Gruppierungen.

Alle drei großen monotheistischen Weltreligionen sind im Orient entstanden. Für die Juden ist der Bezug zum Land wesentlicher Bestandteil ihrer Religion, weil sie das Land Israel als das ihnen von Gott verheißene Erbe ansehen.

Zugang zu den Heiligen Stätten

Die heiligen Stätten von Juden, Christen und Muslimen liegen im Orient. Jerusalem ist für alle drei Religionen eine heilige Stadt.

Für die Religionsausübung ist es wichtig, Zugang zu diesen heiligen Stätten zu haben, weil der Gläubige meint, Gott dort besonders nah kommen zu können.

Die Klagemauer ist die frühere Westmauer des zweiten Jerusalemer Tempels. Für die Juden ist sie ein Ort des Gebets.

In der Grabeskirche verehren die Christen die überlieferten Stellen der Kreuzigung und des Grabes Jesu Christi.

Die Al-Aqsa-Moschee und der Felsendom auf dem Tempelberg machen Jerusalem zur drittheiligsten Stadt des Islam.

Religiöser Eifer

Überzeugung, der allein wahren Religion anzuhängen -> Wunsch auch andere dazu zu bekehren -> wenn das nicht gelingt, wird die andere, „falsche“ Religion bekämpft.

In wirtschaftlichen Krisenzeiten sind Menschen besonders anfällig für extreme Ideologien, besonders wenn diese von charismatischen Führerpersönlichkeiten vertreten werden.

Religiöse Führer verkünden, der Krieg sei Auftrag GottesBeispiel: Osama bin Laden erklärte 1998 nach dem Zweiten Golfkrieg das Töten von Zivilisten und Soldaten der Vereinigten Staaten überall zur Pflicht jedes Moslems.

Dschihad“ als im Koran begründeter Heiliger Krieg

Wer im „Heiligen Krieg“ stirbt, hofft direkt ins Paradies zu kommen (z.B. Selbstmordattentäter)

Vermengung von Religion und Politik

In der arabischen Welt sind Politik und Religion eng verbunden. Politische und religiöse Machthaber sind oft identisch oder stehen einander nahe.

Politische und religiöse Motive lassen sich nicht eindeutig voneinander trennen.

Ihr Ziel ist der Gottesstaat: Eine Gesellschaftsordnung, die allein auf den Regeln des Koran gründet. Beispiel: Einführung der Scharia (islamisches Recht) in Ägypten

Religion als Vorwand für anders begründete Konflikte

Religion kann ein Vorwand sein für rein machtpolitisch begründete Konflikte (z.B. Zugang zum Meer oder zu Bodenschätzen)

Anführer der Konfliktparteien schieben die Religion vor, weil sie so die Massen besser mobilisieren können

Heiner Bielefeldt, UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit:

Religion ist nie allein die Ursache. Aktuell sehe ich sie in keinem einzigen Konflikt eindeutig als der entscheidende Auslöser.

2. Religionskonflikte in der Vergangenheit

Die Kreuzzüge

Bei den Kreuzzügen beteiligten sich nicht nur Ritter die kämpfen wollten sondern auch Menschen die auswandern wollten und sich im Orient ein besseres Leben erhofften.

Außerdem beteiligten sich auch viele abenteuerlustige Bürger die etwas von der Welt sehen wollten.

Der Erste Kreuzzug wurde durch Kaiser Alexios I Komnenos aus Byzanz ausgelöst als er militärische Unterstützung aus dem Abendland gegen die Seldschuken forderte. Papst Urban forderte am 27. November 1095 das christliche Volk Europas dazu auf das unter muslimischer Herrschaft stehende heilige Land von den „gottlosen Heiden“ zu befreien.

Der Zweite Kreuzzug wurde 1144 zur Unterstützung der Kreuzfahrerstaaten von der der Kirche einberufen. Er begann 1147. Nach mehreren Niederlagen endete er als Misserfolg im Jahr 1149.

Den Dritten Kreuzzug rief der Papst aus, nachdem der Sultan Saladin Jerusalem erobert hatte. Der Kreuzzug begann 1189 unter Führung von Friedrich Barbarossa, der vor Erreichen des Heiligen Landes ums Leben kam, Philipp II. von Frankreich und Richard Löwenherz von England. 1192 endete der Kreuzzug mit einem Friedensvertrag.

Es folgten noch vier weitere weniger bedeutsame Kreuzzüge wobei der letzte nur noch eine bewaffnete Pilgerfahrt war.

3. Aktuelle Religionskonflikte

Der Palästinakonflikt

Die Juden betrachten Palästina als ihre angestammte Heimat und als das ihnen von Gott verheißene Erbe.

Seit dem 19. Jahrhundert wandern Juden aus aller Welt verstärkt zurück nach Palästina.

Eine große Einwanderungswelle erlebte Palästina während und nach dem 2. Weltkrieg

Zwischen den Einwanderern (Juden) und der arabischen Bevölkerung (Muslime, z.T. auch Christen) kommt es immer wieder zu Streitigkeiten

1947 beschließt die UN die Teilung in ein arabisches und ein jüdisches Gebiet

Die Teilung wird von den Palästinensern (Arabern) nicht akzeptiert und sie greifen den neu entstandenen Staat Israel an. Israel erwiderte den Angriff und erobert dabei viel Land

1967 Sechs-Tage-Krieg zwischen Israel und den miteinander verbündeten Ländern Ägypten, Syrien und Jordanien

1979 Friedensabkommen

Weiter Spannungen; immer wieder Selbstmordanschläge der Palästinenser

Die Juden wollen ihren eigenen Staat

Der Nord-Pakistan-Konflikt

2004 entsendet die pakistanische Regierung Soldaten zur Vertreibung der Taliban aus den Stammesgebieten

2006 Friedensabkommen mit den Stammesführern Rückzug der Armee

Stammeskrieger übernehmen die Polizeidienste

Taliban ermorden Stammesoberhäupter

Taliban zwingen Schulen zur Kooperation um neue Mitglieder anzuwerben

Üben Anschläge aus Musik-, Video- und Modegeschäfte aus, da diese nicht in ihr Weltbild passen

Vereinigen sich unter dem gemeinsamen Anführer Mehsud Baitullah

Kämpfen bis heute gegen die pakistanisch Regierung und die NATO

Was aus dem „arabischen Frühling“ in Ägypten geworden ist

Im Januar 2011 demonstrieren die Ägypter auf dem Tahrir-Platz in Kairo gegen das autoritäre Regime von Machthaber Hosni Mubarak und die soziale Situation im Land.

Nach der Entmachtung Mubaraks wurden Neuwahlen ausgeschrieben und man sprach vom „Arabischen Frühling“

Aus den Neuwahlen gingen fundamental-islamistische Parteien, die Muslimbrüder und die Salafisten, als Sieger hervor. Ihr Ziel ist ein „kompromissloser Gottesstaat nach dem Willen Allahs“.

Dies führte zu neuen Demonstrationen; schließlich übernahm das Militär die Macht.

Seitdem gibt es Proteste der Islamisten; Opfer sind vor allem koptische Christen.

In Straßenschlachten wurden sowohl Muslime als auch Christen getötet.

Immer wieder werden Kirchen in Brand gesetzt.

Motto der Salafisten: „Wir wollen Ägypten ohne Christen“

Die Salafisten

fundamental-islamistische Gruppierung, die sich direkt auf den Koran beruft

lehnen westliche Gesellschaft ab

mit der Al-Qaida vernetzt

äußerlich erkennt man sie an ihren Bärten und ihren langen Gewändern; die Frauen tragen Ganzkörperschleier.

machen auch in Deutschland Propaganda -> auch deutsche Moslems kämpfen in Ägypten für den Gottesstaat

4. Wege zum Frieden?

Frieden setzt weitgehend gleiche Lebensverhältnissevoraus (gleiche Verteilung von Reichtum und Macht, Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung, etc.)

Bildung hilft Missverständnisse und religiösen Fanatismus zu überwinden

Friede kann dort wachsen, wo nicht auf die Unterschiede geschaut wird, sondern auf die Gemeinsamkeiten (Bewohner eines bestimmten Landes, Geschwister im Glauben an den einen Gott)

Möglichkeiten der Begegnungund des Kennenlernens schaffen

Einzelne müssen mit gutem Beispielvorangehen

Israel: Hope Flowers School

Die Hope Flowers School in El Khadr bei Bethlehem ist eine palästinensische Schule, die sich besonders der Erziehung zu Frieden und Demokratie widmet.

Seit 1998 führt sie Gemeinschaftsprojekte für palästinensische und jüdische Kinder durch.

Der Schule ist ein Bildungszentrum für Erwachsene angeschlossen.

Weitere Informationen: http://www.hopeflowersschool.org

Pakistan: Nationale Kommission für interreligiösen Dialog

Die Nationale Kommission für interreligiösen Dialog in Pakistan bildet Lehrer in Friedensarbeit und Konfliktprävention aus. Dazu wurden eigene friedenspädagogische Schulungsunterlagen und Unterrichtskonzepte entwickelt.

Außerdem betreut die Organisation interreligiöse Frauengruppen.

Weitere Informationen: http://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/asien/pakistan/interreligioes-austausch

Ägypten: Posteraktion „Alles Ägypter“

Der ägyptische Fotograf Nabil Boutros hat verschiedene Ägypter mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund fotografiert und zu einem Poster „Alles Ägypter“ zusammengestellt.

Das Poster wurde von 20 privaten Kulturorganisationen unterzeichnet und öffentlich verbreitet.

Weitere Informationen: htttp:\\universes-in-universe.org

Wasserkonflikte

Wasserkonflikte im Orient

 

Gliederung

1. Entstehung Israels & Palästina-Konflikt

2. Wasser als Machtfaktor

3. Landwirtschaft im Orient

4. Der zukünftige Orient

 

1. Entstehung Israels & Palästina-Konflikt

– Vertreibung der Juden durch Römer um 70 n. Chr.

– Zerstörung des jüdischen Tempels in Jerusalem

– Auswanderung nach Vorderasien, Nordafrika und Mittelmeergebiet

– Entwicklung des Zionismuses

– Dadurch zunehmender Antisemitismus in Deutschland

– Nach 1933 zunehmende jüdische Einwanderer nach Palästina

– Politische Spannungen zwischen Einwanderern und arabische Bevölkerung

– 1947 Beschluss der UN der Teilung Palästinas in ein arabisches und jüdisches Gebiet (gegen Willen der Araber)

– Schwere Angriffe durch Ablehnung der Araber

– Durch den Rückschlag der Israeliten mussten Araber in ein Flüchtlingslager

– 1967 Sechs-Tage-Krieg zwischen Israel und den miteinander verbündeten Ländern Ägypten, Syrien und Jordanien wegen anhaltenden Spannungen

– Besetzung der Sinai-Halbinsel, Gazastreifen, Westjordan, Ost-Jerusalem und Golanhöhle durch Israeliten

– 1979 Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten → Rückgabe der Sinai-Halbinsel

– Errichten neuer Siedlungen der Israeliten

– Durch Nahost-Friedenskonferenz gegenseitige Anerkennung Israels und PLO

– Gründung eines Palästinesischen Staates

– Rückgabe des Westjordanland und Gaza-Streifen → nicht alle sind damit einverstanden

– 2003 Verschärfung des Konflikts durch Bau eines Sicherheitszaunes

– 2005 Rückgabe des Gaza-Streifens an die Palästiner

 

2. Wasser als Machtfaktor

Bewässerungslandwirtschaft in Trockengebieten der Erde ist wichtigste Grundlage

– Wasserressourcen bleiben begrenzt, bzw. nehmen ab

– Steigerung des Wasserverbrauchs durch Zunahme der Bevölkerung und des höheren Lebensstandard → internationale Konflikte

– Beschlagnahmung des Wassers aus Flüssen für Großprojekte wie Staudammbauten → kein Wasser für Gebiete Flussabwärts

– Ab 1970 Fertigstellung größerer Stauseen in Südostanatolien – Türkei

Gründung des Südostanatolien-Projekts

– Ziele: Schaffung neuer Bewässerungsflächen und Erzeugung von Energie

– Nutzung der Flüsse Euphrat und Tigris für das Südostanatolien-Projekt

– Kein Wasser für Syrien und Irak, denn diese sind abhängig von den Fremdlingsflüssen

– Durch Stauseen der Türkei kann sie Irak und Syrien politisch unter Druck setzen

 

3. Landwirtschaft im Orient

– Kein ausgiebiger Regen seit 5 Jahren → schwierige Lage in der Landwirtschaft, Bauern leiden darunter

– Mehr als 80 % der Wasservorräte unter dem Westjordanland beansprucht Israel für sich

– Palästinensische Bauern gehen nach Ramallah um nach Wasser zu bitten

– Seit 1995 gesetzliche Festlegung das alle pro Jahr eine bestimmte Anzahl an Wasser bekommen – traf niemals ein

– Durchscnittlicher Wasserverbrauch pro Tag:

– Israeli: 300 l

– Palästiner: 70 l

– ärmere Regionen: 20 l

– Folgen: wenige Grünflächen, keine Gewächshäuser, Gegend ist kahl und verdorrte Olivenbäume

– Im Israelischen Kernland: überall grün, voluminöse Gewächshäuser und Datteln- und Bananenplantagen

 

4. Der zukünftige Orient

– weltweiter Wasserverbrauch hat sich im 20. Jahrhundert versechstfacht

– Durch steigenden Verbrauch in Landwirtschaft, Industrie, Haushalt, Vergeudung und Verschmutzung von Wasser wurde es sehr knapp

– Kosten werden sich in Zukunft um das doppelte bis dreifache erhöhen, da leicht zugängliche Reserven bereits genutzt werden

– Durch globale Wasserkriese könnte es zu Verteilungskämpfen kommen

– Derzeitige Konflikte lässt nichts Gutes erahnen

Klima im orientalischen Raum

GLIEDERUNG

  1. Klimazonen
  2. Vegetationszonen
  3. Niederschläge
  4. Besonderheiten des Klimas

1. Klimazonen

Gemäßigte Zone:
Zu der gemäßigten Zone gehört die Türkei, sowie die nördlichen Grenzgebiete des Orients.
Rechts unten ist die Hauptstadt der Türkei, Ankara, in einem Klimadiagramm dargestellt. Es gibt 7 humide Monate woran man auch erkennt, das es zu der gemäßigten Zone gehört.

Subtropische Zone:
Zu den Subtropen gehört der größte Teil des Orients. Das Klimadiagramm rechts unten zeigt Teheran, die Hauptstadt des Iran. Hier gibt es, typisch für die Subtropen, 4 humide Monate.

Tropische Zone:
Der Süden des Orients hat noch Anteil an den Tropen. Rechts unten sieht man ein Klimadiagramm von Kairo, der Hauptstadt Ägyptens. Alle 12 Monate sind arid und die Niederschlagskurve steht nie über 10mm im Monat.

2. Vegetationszonen

(Mit einem „*“ markierte Zonen kommen im Orient vor und
werden später noch genauer erklärt.)

Vegetationszonen der gemäßigten Zone:

– Nadelwälder
– Misch- und Laubwälder
– Steppen*
– Halb- und Vollwüsten*

Vegetationszonen der Subtropen:

– Wüsten*
– Steppen*
– Dornbuschgewächse

Vegetationszonen der Tropen:

– Tropischer Regenwald
– Savannen:
Feuchtsavanne
Trockensavanne
Dornstrauchsavanne*
– Wüste*

Steppen: Eine Steppe ist eine semiaride, baumlose Graslandschaft der gemäßigten Zone. Der Pflanzenbewuchs wird durch Wassermangel begrenzt.

Wüste: Als Wüste bezeichnet man die vegetationslosen oder vegetationsarmen Gebiete der Erde. In Wüsten bedeckt die Vegetation weniger als 5 % der Oberfläche.

Dornstrauchsavanne: Die Dornstrauchsavanne ist durch offenen Bewuchs (Grasland) und in relativ regelmäßigen Abständen stehende Büsche charakterisiert.

3. Niederschläge

Allgemeines:

Die meisten Regionen des Alten Orients erhalten Winterregen, nur die Regionen im äußersten Süden und äußersten Norden enthalten auch Sommerregen.

Daten:

Die jährliche Niederschlagsmenge variiert heute zwischen 1000 mm an den Gebirgshängen, 200–400 mm in den zentralen Steppenregionen und unter 100 mm in den Wüsten.

4. Besonderheiten:

Passatkreislauf:

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Die ITC im Orient:

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